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Kulturen

Die Kulturpflanzen sind ein Teil des kulturellen Erbes der Schweiz. Ihre Vielfalt wiederspiegelt die Interessen der Gemeinschaft im Zusammenspiel mit der Natur, manchmal seit prähistorischen Zeiten und für eine Anzahl von Kulturpflanzen seit Millionen von Jahren.

Pflanzlicher Nahrungsmittelverbrauch in der Schweiz

Die Landwirtschafts- und Alpwirtschaftsflächen machen zusammen mehr als einen Drittel der Gesamtfläche der Schweiz aus. Betrachtet man die offene Ackerfläche ein wenig genauer so stellt man fest, dass das Getreide an erster Stelle liegt, gefolgt von den Kartoffeln und Rüben, und den Ölsaaten. Die Obstkulturen und Weinberge haben einen ähnlichen Flächenanteil wie die Ölsaaten. Und wie sieht die Statistik beim Konsum aus? Hier liegen die Früchte an erster Stelle, ein grosser Anteil der Früchte wird importiert. Die Zahlen aus dem Jahr 2012, welche im 2015 publiziert wurden zeigen ausserdem, dass eine Person in der Schweiz im Schnitt 870 kg Nahrungsmittel in einem Jahr zu sich nimmt, davon sind 540 kg pflanzlicher Herkunft, unter anderem 125 kg Früchte, 105 Kg Gemüse, 90 kg Getreide, 50 kg Kartoffeln, 10 kg Leguminosen, Nüsse und Kastanien.

Erhaltung und Genbank

Ende der neunziger Jahre verabschiedete die Schweiz den Nationalen Aktionsplan (NAP), welcher die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der pflanzengenetischen Ressourcen für die Ernährung und Landwirtschaft (PGREL). Konkret finanziert das BLW Projekte zur Beurteilung und Erhaltung der alten Sorten von Kulturpflanzen (=PGREL). Seit 1999 wurde die noch existierende Vielfalt in der ganzen Schweiz inventarisiert und beschrieben um dann zu definieren welche Arten und Sorten für die Schweiz wichtig sind und auf lange Sicht erhalten werden müssen. Die erhaltenen Sorten müssen gewissen Kriterien entsprechen: die Sorten sind entweder schweizerischer herkunft oder sie haben für die Schweiz einen besonderen Wert. Zahlreich Sorten nationaler Wichtigkeit sind Sorten sind so genannt alte Sorten, welche nicht mehr oder fast nicht mehr genutzt werden. Private Organisationen wie Retropomme oder Capriasca ambiante erhalten solche Sorten.

Je nach Vermehrungsart ist die Erhaltung unterschiedlich. Samen von sich generativ vermehrende Pflanzen wie Getreide lassen sich gut in Genbanken lagern. Beeren hingegen werden meist vegetativ vermehrt und werden deshalb in vitro erhalten, auch Kartoffeln werden in vitro erhalten, Reben werden im Rebberg und Obst in Obstkulturen erhalten.

Arten und Sorten, die als Samen erhalten werden können, sind in der Schweiz in der Samenbank von Agroscope Changins und in Svalbard in Norwegen in der Internationalen Samenbank eingelagert. Die Samen wurden schon seit Jahrzehnnten gesammelt und erhalten. Ohne diese grosse Arbeit wàren schon viele Sorten ausgestorben. Die Nationale Samenbank enthält heute 23'000 Sorten.

Seit 2002 werden alle dadurch gesammelten Daten in die Nationale Datenbank (BDN) eingegeben und sind online abrufbar.

Vermehrung

Bei Pflanzen wird zwischen generativer und vegetativer Vermehrung unterschieden. Die generative Vermehrung erfolgt durch Samen, welche durch die Kombination des genetischen Materials von zwei Individuen entstanden sind. Bei der vegetativen Vermehrung hingegen werden Teile einer Mutterpflanze (Triebe, Rhizome, Knollen, usw.) zur Bewurzelung gebracht. Die vegetative Vermehrung produziert Klone, die Individuen sind genetisch untereinander gleich und auch gleich wie die Mutterpflanze.

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